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03.04.2009

Alle Pferde verdienen Liebe

Noch immer werden viele Pferde, wenn sie alt sind oder nicht mehr reitbar, zum Metzger gegeben. Der Verein "Pferde-Engel" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiere vor diesem Schicksal zu bewahren und ihnen einen glücklichen Lebensabend zu ermöglichen.


Resa und Rubis
Resa und Rubis

Vor gut zwei Jahren erreichte ein verzweifelter Hilferuf den Verein "Pferde-Engel": Die Stute Resa und ihr Freund Rubis sollten zum Metzger, wenn sich nicht innerhalb kürzester Zeit ein Käufer für die beiden finden würde. Ihrer Besitzerin war der Pensionsplatz der zwei gekündigt worden und sie hatte beschlossen, die beiden zwar betagten, aber noch ganz gesunden Tiere zum Schlachten zu geben. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt selbst keine Kapazitäten mehr, Resa und Rubis aufzunehmen, doch er setzte alle Hebel in Bewegung und so gelang es mithilfe anderer Tierfreunde, die beiden auf einem schönen Hof im Thurgau unterzubringen, auf dem sie nun einen glücklichen Lebensabend verbringen dürfen.

Blue
Blue

Die Geschichte von Resa und Rubis ist nur eine von vielen, und leider haben die meisten kein Happy-End. Wenn ein Pferd alt wird, nicht mehr reitbar ist, wenn sich die Lebensumstände der Besitzer verändern, persönliche Schicksalsschläge wie Trennung, Krankheit oder Arbeitslosigkeit die Pferdehalter treffen, dann entscheiden leider noch immer viele von ihnen, ihr Pferd zum Metzger zu geben. Weil sie nicht wissen, wohin mit den Tieren. Weil es noch ein bisschen Geld gibt. Weil es für manche die einzige Lösung zu sein scheint.

Ikarus
Ikarus

Die "Pferde-Engel" haben es sich zur Aufgabe gemacht, Pferde vor diesem Schicksal zu bewahren. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Ebikon, LU, hilft Pferden in Not und will ihnen einen würdigen und schönen Lebensabend ermöglichen.

Polly
Polly

Ein Teil der geretteten Tiere ist auf dem kleinen, eigenen Gnadenhof untergebracht, andere Tiere leben in Pension bei unterstützenden Tierfreunden. Die Kapazitäten sind noch recht beschränkt, da der Verein auf Spenden, Patenschaften und anderweitige finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Doch die "Pferde-Engel" haben eine Vision: den eigenen "Engelhof". Nach dem erklärten Vorbild von Gut Aiderbichel in Österreich will der Verein eine "Oase der Begegnung" schaffen, einen grossen Gnadenhof, in dem die Tiere nicht nur glücklich die letzten Jahre ihres Lebens verbringen können, sondern es auch zu Begegnungen zwischen Mensch und Tier kommt. Denn von den "Alten" können wir noch viel lernen.

ricco
Ricco

Doch wollen die "Pferde-Engel" mit der Hilfe nicht warten, bis sie mehr Geld haben. Sie versuchen sich auch um Notfälle zu kümmern, indem sie ein Forum bieten für bedrohte Tiere und Menschen suchen, die sich ihrer annehmen.

Salinero und Descerado
Salinero und Descerado

Dass es nicht immer nur mangelnde Tierliebe ist, die Besitzer veranlasst, ihre Pferde beim Metzger entsorgen zu wollen, das wissen auch die "Pferde-Engel". So nahm am Ende der Abschied von Resa und Rubis ihre Besitzerin doch weit mehr mit, als diese es sich vorher hätte vorstellen können. Doch ganz gleich, aus welchen Motiven es auch geschieht: Für die Tiere steht am Ende das gleiche, traurige Ende. Ein Ende, das mit ein bisschen Hilfe so ganz anders sein kann. - red -
 
 

 

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